Mitteldeutsch Zeitung, 09.Juni 2026

Korbflechten, Brotbacken und Kräutersäckchen herstellen: Die Schüler der Grundschule Mehringen haben auf der Insel einen besonderen Projekttag erlebt.

Mehringer Grundschüler haben an einem Projekttag das Landleben wie vor 150 Jahren für sich entdecken dürfen. FOTO: FRANK GEHRMANN

Von Katrin Wurm

Mehringen/MZ. Der Duft von Kräutern zieht über die Insel in Mehringen. Zwischen Lavendel, frisch gemahlenem Getreide und geflochtenen Körben erleben die Schüler der Grundschule Mehringen einen Vormittag, der sie zurück in die Zeit ihrer Ururgroßeltern versetzt.

Unter dem Motto „Landleben vor 150 Jahren – Leben auf dem Bauernhof entdecken“ nahm die Schule an einem Projekt der Stiftung St. Johannis Bildungswelten Bernburg teil. Die Einrichtung bietet verschiedene Bildungsangebote an – von Märchen- und Osterprojekten bis hin zu naturwissenschaftlichen Themen. Die Wahl der Mehringer Schule fiel dabei bewusst auf die Reise in die Vergangenheit.

„Aus dieser Vielzahl von Projekten haben wir uns ,Landleben vor 150 Jahren‘ ausgesucht“, berichtet Lehrerin Corina Fröhlich, die das Angebot für die Grundschule organisiert hat. Die Insel in Mehringen sei dafür „ein perfekter Ort“, wie Fröhlich sagt.

An mehreren Stationen konnten die Kinder selbst ausprobieren, wie Menschen vor rund 150 Jahren ihren Alltag bewältigten. Beim Korbflechten, Brot- und Brötchenbacken oder Getreidemahlen waren Geschick und Geduld gefragt. An anderer Stelle beschäftigten sich die Schüler mit Kräutern, stellten kleine Kräutersäckchen her oder gestalteten eigene Werkstücke. Im Mittelpunkt standen altes Handwerk, Wissen und praktische Erfahrungen.

Unterstützt wurde das Projekt von verschiedenen Seiten. „Wir freuen uns, dass wir das hier auf der Insel machen dürfen. Mehringens Ortsbürgermeisterin Annika Fügner-Meier hat sich sehr dafür eingesetzt“, sagt Corina Fröhlich. Auch über das Förderprogramm „Demokratie leben!“ habe das Vorhaben realisiert werden können.

Für die Umsetzung brachte Isabel Felgenträger von den Bildungswelten zahlreiche Materialien mit nach Mehringen. Lavendel, Gips, Holz sowie Nadel und Faden gehörten zur Ausstattung. „Es ist ein Projekt zum Erleben aller Sinne. Man gestaltet viel, den Kindern bereitet das immer große Freude“, berichtet sie.

Wie groß die Begeisterung ist, zeigt sich bei Drittklässlerin Paula Weise. Gemeinsam mit ihren Mitschülern sitzt sie an einer Raufe und bemalt eine Gipsfigur. Gerade gestaltet sie einen kleinen Fuchs. Einen Korb haben die Kinder bereits zuvor geflochten. „Das war gar nicht so einfach“, sagt Paula und hält ihr Werkstück stolz in die Höhe.

Für Corina Fröhlich liegt die Bedeutung des Projekts auf der Hand. Es gehe darum, sich auf Ursprüngliches zurückzubesinnen und zu erfahren, was sich mit den eigenen Händen schaffen lässt. Gerade Tätigkeiten wie das Korbflechten seien heute für viele Kinder etwas Besonderes.

Bleiben werden nicht nur die Eindrücke des Tages. Alle selbst hergestellten Gegenstände dürfen die Schüler mit nach Hause nehmen. Die Erinnerungsstücke werden dort vermutlich noch für manches Gespräch sorgen und zeigen, wie viel Arbeit, Kreativität und Können einst hinter alltäglichen Dingen steckten.