Mitteldeutsche Zeitung, 15. Januar 2026

Bildungsausschuss nimmt Antrag von Ortschaftsrat und Widab einstimmig an.

Von Kerstin Beier und Anja Riske

Mehringen/MZ. Soll die Grundschule in Mehringen künftig eine Ganztagsschule werden? Wenn es nach der Widab-Fraktion und dem Mehringer Ortschaftsrat geht, lautet die Antwort darauf eindeutig: Ja. Im November hatte der Stadtrat einen entsprechenden Antrag in den zuständigen Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss verwiesen. Der hat sich nun bei seiner jüngsten Sitzung damit beschäftigt.

Der entsprechende Antrag, den Carsten Wollmann (Widab) bei der Sitzung vorgestellt hat, ist zunächst mit einem Prüfauftrag an die Verwaltung verbunden. Die soll einiges an Vorarbeit leisten: So ist der Ist-Zustand in Sachen Pädagogik, Organisation und Raumstruktur zu erfassen und es ist zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Genehmigung nach Schulgesetz gegeben sind. Überdies soll im Rathaus geschaut werden, ob eine Einbindung in Landesmodellprojekte möglich ist. Bei positiver Perspektive soll die Schule bei der Erarbeitung eines pädagogischen Konzepts unterstützt werden.

Die Antragsteller sehen günstige Voraussetzungen für eine Ganztagsschule in Mehringen: Grundschule, Hort und Kita befinden sich gemeinsam auf einem Grundstück und arbeiten schon eng zusammen. So liege eine noch stärkere Vernetzung nahe. „Es wäre fahrlässig, dieses Potenzial nicht zu nutzen“, erklärte Carsten Wollmann in seinen Ausführungen.

Die Vorteile des Ganztags- gegenüber dem Halbtagsmodell liegen für Ortschaftsrat und Widab auf der Hand: Mit mehr Zeit im Rücken ließen sich Lern-, Übungs- und Freizeitphasen flexibler gestalten, heißt es im Antrag. Die Schule könne damit zu einem „echten Lebens- und Lernort“ werden. Wenn die Schüler mit erledigten Hausaufgaben nach Hause gehen, entlaste das auch die Familien. Zudem ist in den vergangenen Jahren in Schule, Turnhalle und Außengelände erheblich investiert worden. Dies habe die Rahmenbedingungen entscheidend verbessert.

Hinzu komme, dass ab 2026 ohnehin bundesweit ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder bestehe. Damit stehe auch die Stadt Aschersleben vor der Aufgabe, zukunftsfähige Betreuungs- und Bildungsstrukturen zu schaffen.

Auch Christina Görsch, Schulleiterin in Mehringen, zeigte sich bei der Sitzung von der Ganztagsidee begeistert: „Wir möchten die Kinder gern länger in der Schule behalten und ihnen mehr Förderung zuteil werden lassen“ – den starken Schülern ebenso wie jenen, die Schwierigkeiten haben. Auch Vereinsaktivitäten könnten in das Ganztagsprogramm einbezogen werden.

Die Ausschussmitglieder waren von der Idee ebenfalls überzeugt: Der Antrag wurde einstimmig angenommen.