Mitteldeutsche Zeitung, 10. August 2026

Großeinsatz an Mehringens Problemstellen. Für den Einsatz muss sogar eine Flutgraben-Brücke weichen. Danach geht es am Österberg-Graben weiter.

Der Flutgraben in Mehringen wird seit Montag durch den Unterhaltungsverband Wipper-Weida gereinigt. FOTO: FRANK GEHRMANN
Der Flutgraben in Mehringen wurde mehrere Jahre nicht mehr beräumt. Das sorgte vor drei Wochen nach dem Unwetter für Kritik der Anwohner. FOTO: DETLEF ANDERS

Von Detlef Anders

Mehringen/MZ. Als am 17. Juli ein großes Unwetter mit Hagel, Sturm und Wolkenbruch über die Wippertalorte von Freckleben bis Mehringen zog, gab es vor allem in Mehringen aufgrund des kaum abfließenden Oberflächenwassers volle Keller und überflutete Flächen. 71 Liter Regen binnen kürzester Zeit hatte ein Anwohner gemessen. Die Feuerwehr der Stadt Aschersleben hatte den Notstand ausgerufen.

Kaum zwei Wochen später hat in Mehringen die Grundberäumung des Flutgrabens begonnen. Genau diese seit Jahren nicht erfolgte Beräumung hatten Anwohner aus Mehringen gegenüber der MZ kritisiert. Die Stadt Aschersleben hat nun den Unterhaltungsverband Wipper-Weida zur Beräumung aufgefordert.

Die Mitarbeiter sind seit Montag mit Baggern dabei, den Schlamm aus der Sohle des Grabens zu räumen. Unzählige Ladungen auf Lkw oder Anhängern wurden bereits befüllt und abgefahren, haben Anwohner beobachtet. Voraussichtlich bis Anfang nächster Woche werden die Arbeiten andauern, informierte Judith Franz, die Pressesprecherin der Stadt Aschersleben, auf Nachfrage der MZ.

Beim Unterhaltungsverband, der die Arbeiten ausführt, gab es am Freitag keine Auskünfte an die Presse. Der Geschäftsführer sei im Urlaub. Der Verband sei nur für die Pflege zuständig. Eigentümer sei die Stadt, hieß es mit der Bitte, sich an diese zu wenden.

Ortsbürgermeisterin Annika Fügner-Meier freut sich, dass so schnell reagiert wurde. „Das ist erst der Anfang“, sagt sie. Der Flutgraben werde von der Kreisstraße bis zum Einlauf in die Wipper, laut Google Maps 350 Meter, grundberäumt. „Er wird komplett ausgeräumt“, berichtet sie. „Das wurde seit Jahren nicht mehr gemacht.“ Der Fußweg oberhalb des Grabens werde immer mal vom Bauwirtschaftshof gemäht, weiß sie. Um einen anderen Graben an der Walkmühle kümmern sich auch Anwohner, sagt sie dankbar.

Bevor die Arbeiten beginnen konnten, musste die 2013 gebaute neue Brücke über den Flutgraben an der Kreisstraße abgebaut werden. Nur so kann der Graben mit der Beräumungstechnik erreicht werden. Dabei half Landwirt Michael Schneidewind den Verbands-Mitarbeitern.

Nach dem Flutgraben soll auch der Österberg-Graben, der oberhalb der Siedlung vom Acker kommt und auf die Drohndorfer Straße trifft, beräumt werden, berichtet Annika Fügner-Meier. Beim jüngsten Unwetter hatte das vom Acker kommende Wasser auch an den Mehrfamilienhäusern gestanden. Das fließe dann durch die Gärten ab, weil der Graben das nicht auffangen kann, erklärt die Ortsbürgermeisterin. Dieser Graben führe bis zum Kloster. Fügner-Meier ist froh und dankbar über die schnelle Beseitigung der Problemstellen im Dorf.