Mitteldeutsche Zeitung, 10. März 2026

Die Jugendfeuerwehr Mehringen beschäftigt sich an einem Projektwochenende intensiv mit dem Thema Suchtprävention.

Eine intensive Zeit liegt hinter der Jugendfeuerwehr Mehringen. FOTOS: FFW MEHRINGEN

Mehringen/MZ. Ein Wochenende wie ein echter Feuerwehrlehrgang – genau das erlebten die Kinder der Jugendfeuerwehr Mehringen vom 28. Februar bis zum 1. März. Unter der Leitung der Betreuerin Sarah Schewe fand das „Lehrgangsprojekt Suchtprävention“ statt. Ziel war es, den Nachwuchskräften zu zeigen, wie ein Lehrgang bei den aktiven Feuerwehrkameradinnen und -kameraden abläuft und dabei gleichzeitig ein wichtiges Thema zu behandeln.

Altersgerecht erklärt


Ganz offiziell erhielten die Kinder im Vorfeld eine Lehrgangseinladung. Inhaltlich drehte sich der Lehrgang rund um das Thema Suchtprävention. In Theorie- und Praxiseinheiten wurde gemeinsam erarbeitet, was Sucht bedeutet, welche Arten von Abhängigkeiten es gibt und welche Gefahren sowohl von legalen als auch von illegalen Drogen ausgehen können. Auch das Jugendschutzgesetz wurde altersgerecht thematisiert und verständlich erklärt.

Ein besonderes Highlight war der Praxisteil mit sogenannten „Rausch-Brillen“. Ob beim Fußballspielen oder beim Versuch, eine Tür aufzuschließen – schnell merkten die Kinder, wie stark Wahrnehmung und Koordination unter Alkoholeinfluss beeinträchtigt sein können. Mit viel Neugier und Spaß probierten sie die Übungen aus und sammelten dabei eindrucksvolle Erfahrungen.

Im Rahmen des Lehrgangsprojekts mussten die Kinder außerdem zwei Lehrgangsprüfungen als Gruppe absolvieren. In der praktischen Prüfung wurden vier Szenarien als Rollenspiele dargestellt: ein Freund mit Essstörungen aufgrund eines Schönheitsideals, ein Jugendlicher, der Rauchen als „cool“ darstellt, problematischer Medienkonsum sowie eine Partysituation mit Gruppendruck beim Thema Alkohol. Die Kinder setzten die Situationen mit großem Engagement und viel Einfühlungsvermögen um.

In der theoretischen Prüfung gestalteten die Gruppen Plakate zu den Themen Essstörungen, Sucht, Rauchen/E-Shisha, Medikamente und Alkohol. Anschließend präsentierten sie ihre Ergebnisse und werteten sie gemeinsam aus. Dabei zeigte sich, wie intensiv sich die Nachwuchskräfte mit den Inhalten auseinandergesetzt hatten.

Neben der Wissensvermittlung verfolgte das Projekt noch ein weiteres wichtiges Ziel: das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Jugendfeuerwehr zu stärken. Durch die intensive Gruppenarbeit, das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen und das Bestehen der Prüfungen als Team wuchs das „Wir-Gefühl“ spürbar. Teamarbeit, gegenseitige Unterstützung und ein respektvoller Austausch standen während des gesamten Wochenendes im Mittelpunkt.

Sarah Schewe leitet den Lehrgang für die Jugendlichen.

Engagierte Arbeit


Für Sarah Schewe war das Projekt eine echte Herzensangelegenheit. Ihr liegt die Arbeit mit den Kindern besonders am Herzen – nicht nur im feuerwehrtechnischen Bereich, sondern auch in ihrer persönlichen Entwicklung. Mit viel Engagement und Einfühlungsvermögen begleitete sie die Nachwuchskräfte durch das Wochenende.

Stadtjugendwart Kevin Bierstedt betonte die Bedeutung solcher Projekte für die Nachwuchsarbeit: „Man sollte nicht immer nur trocken das Thema Feuerwehr unterrichten. Jugendarbeit ist ein breites und vielfältiges Spektrum.“

Auch aus der Wehrleitung gab es große Unterstützung. Mehringens Ortswehrleiter Martin Bork zeigte sich bereits bei der Vorstellung der Projektidee begeistert und bot sofort seine Unterstützung an.