Mitteldeutsche Zeitung, 13. Mai 2026

In Mehringen könnte die Grundschule künftig zu einer Ganztagseinrichtung werden. SYMBOLFOTO: BERND WEIßBROD/DPA

Erste Gespräche haben bereits stattgefunden. Welche Faktoren für die weitere Entwicklung des Vorhabens in Mehringen wichtig sind und welche Schritte nun folgen.

Damit in Mehringen weiter eingeschult werden kann, müssen noch einige Wei-
chen gestellt werden. FOTO: FRANK GEHRMANN/ARCHIV

Von Anja Riske

Mehringen/MZ. Bereits seit einigen Monaten wird in den politischen Gremien der Stadt Aschersleben darüber diskutiert, ob die Mehringer Grundschule ab dem Schuljahr 2027/2028 zu einer Ganztagsschule werden soll. Einen entsprechenden Antrag zur Prüfung der Möglichkeiten, der im Stadtrat schon im März Zustimmung gefunden hat, hatten die Fraktion Widab und der Mehringer Ortschaftsrat eingereicht. In einer Sitzung des Bildungs-, Kultur- und Sozialausschusses ist nun der aktuelle Stand des Vorhabens vorgestellt worden.

Hintergrund für die Überlegungen sind die günstigen Gegebenheiten vor Ort: Grundschule, Kindertagesstätte und Hort befinden sich in Mehringen auf einem gemeinsamen Grundstück. „Wir pflegen schon seit längerem ein enges Miteinander“, berichtete Schulleiterin Christina Görsch bei der Sitzung vom regen Austausch der Einrichtungen untereinander. „Das ist also nichts, was wir erst neu einführen müssten.“

Enge Verzahnung


Das Lehrerkollegium habe zudem schon an einem Workshop der Serviceagentur Ganztag teilgenommen, um sich noch intensiver mit dem Thema der Ganztagsbetreuung zu beschäftigen. Gemeinsam mit den Beschäftigten des Hortes könne künftig ein weiterer folgen. Die pädagogische und organisatorische Verzahnung der drei Einrichtungen ist ein wesentlicher Bestandteil des geplanten Konzepts, heißt es in der entsprechenden Informationsvorlage.

Der Umbau zu einer Ganztageseinrichtung soll letztlich auch der längerfristigen Sicherung des Bildungsstandortes dienen. „Dafür spielen aber viele Komponenten eine Rolle“, erklärte Dezernent Dirk Michelmann. Wichtig könnte vor allem die Entscheidung werden, ob die Bildung von Schuleinzugsbereichen künftig verpflichtend wird. Falls ja, könnte es für Mehringen schwierig werden, neue Schülerströme zu gewinnen. Sollten die Einzugsbereiche freiwillig bleiben, wäre das durch die Attraktivität der Ganztagsbetreuung potenziell besser möglich.

Einreichung bis 15. Januar


Erste Gespräche mit dem Landesschulamt hätten bereits stattgefunden, so Michelmann. Weitere Schritte umfassen nun unter anderem den Erfahrungsaustausch mit einer Ganztagsgrundschule in städtischer Trägerschaft in Gardelegen, wo die Umstellung bei ähnlichen Ausgangsbedingungen bereits gelungen ist, und schließlich die Fertigstellung des Ganztagskonzepts in Mehringen.

Voraussichtlich zu Beginn des vierten Quartals soll bei einer Gesamtkonferenz der Schule darüber abgestimmt werden, geht aus der Informationsvorlage hervor. Da die Stadt als Träger fungiert, ist zuvor außerdem eine Willensbekundung des Stadtrates nötig, inwieweit dieser dem Ganztagskonzept grundsätzlich zustimmt.

Bis zum 15. Januar 2027 müssen die Antragsunterlagen beim Landesschulamt eingereicht werden. Anschließend erfolgt eine Prüfung, ehe das Bildungsministerium einen entsprechenden Entscheid erlässt.