Ziehen, was das Zeug hält
Mitteldeutsch Zeitung, 7.Juli 2026
Beim Heimatlichen Schützenfest in Mehringen stand zum zwölften Mal das Buspulling im Mittelpunkt. Drumherum wurde aber noch eine ganze Reihe anderer Majestäten gekürt.

Von Jens Dammann
Mehringen/MZ. Am Wochenende fand in Mehringen das diesjährige Heimatliche Schützenfest statt. Als Auftakt werden immer die Schützenkönige des Vorjahres von zu Hause abgeholt und zum Festplatz begleitet. In Mehringen sind dazu sogar zwei Schützenzüge unterwegs gewesen, einer für die Nachwuchsmajestäten und einer für die Erwachsenen.
Sportgerät: Feuerwehrauto
Am Festplatz angekommen, warteten schon erste Wettkämpfe aber alle fieberten dem großen Highlight entgegen, dem beliebten Buspulling. Dabei geht es darum, dass ein kleines Team ein größeres Fahrzeug mit einem dicken Seil oder Tau möglichst schnell über eine bestimmte Distanz zieht. Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn bei diesem Buspulling in Wirklichkeit kein Bus, sondern dafür ein Feuerwehrauto zum Einsatz kommt. Die Kameraden der Mehringer Ortsfeuerwehr hatten die Regie für die Veranstaltung in der Hand und haben ihren Robur, kurz „LO“, zusätzlich noch mit 1.000 Liter Wasser beladen. Damit kam das Gefährt auf ein Gesamtgewicht von etwa sieben Tonnen, die mit purer Muskelkraft bewegt werden wollten. Jetzt noch das besagte stabile Tau vorn dran befestigt und schon könnte es eigentlich mit dem Wettbewerb losgehen.
Das Auto stand startbereit da. Gesucht wurden jetzt in Windeseile die Akteure, die sich der Herausforderung stellen wollten und den LO so schnell wie möglich über die markierte Strecke von 82 Metern ziehen. Insgeheim hatten sich diese Kämpfer längst zusammengefunden und ihren Gruppen klangvolle Kampfnamen verpasst. Aber nun mussten sie sich offiziell zu erkennen geben und für den Wettkampf anmelden. Es waren insgesamt sechs Teams, die gegeneinander antraten. Per Los wurde über die Reihenfolge der Starts entschieden und dann griff die erste Mannschaft unter den Anfeuerungsrufen aus dem Publikum, aber auch von einem ihrer Mitstreiter zum Tau. Es waren nämlich fünf Recken, die mit aller Kraft ziehen mussten und der sechste hatte zu schreien und seine Leute so zu Maximalleistungen anzutreiben. Und das alles bei leichtem Nieselregen, was aber weder Akteure, noch Publikum störte.
Als alle sechs Trupps einmal ihr Können unter Beweis gestellt hatten, gab es eine kleine Verschnaufpause. Zwischenzeitlich durften die anwesenden Kinder und Jugendlichen einmal das dicke Seil in die Hand nehmen und selbst ausprobieren, wie schwer sich so ein Feuerwehrauto ziehen lässt. Danach gab es für die Wettkämpfer die zweite Runde. Als auch die absolviert war, hatten die Zeitnehmer und Kampfrichter zu rechnen.
Als klarer Sieger des Buspullings ging in diesem Jahr das Team „Die Ackergiganten“ mit einer Zeit von 15,22 Sekunden hervor. Es folgten auf dem zweiten Platz „Die jungen Pioniere“ mit 18,71 Sekunden, gefolgt von den „Löschzug-Legenden“ auf Platz drei (19,05 Sekunden). Den vierten Platz holten sich „Die Rauchmelder“ mit 19,52 Sekunden, den fünften Platz „Die Mehringer Schützen (21,2 Sekunden) und der sechste Platz ging an „Die blaue Fahne Mehringen“ mit 21,57 Sekunden.
Geselliger Ausklang
Mit dem Schwung dieses Buspullings ging es in den weiteren Verlauf des Heimatlichen Schützenfestes. Für den Samstagabend war noch eine Tanzveranstaltung geplant und der Sonntag wartete ebenfalls mit einigen Highlights, so unter anderem mit dem Abholen der Meister, dem allseits beliebten musikalische Frühschoppen, dem Aufmarsch der Schützen mit der Siegerehrung, mit einem bunten Familiennachmittag und ganz zum Schluss gab es die Absackerparty.
